Okay, ich sag mal meine Überlegungen zu deinen:
NERIJAH: Die Person ist völlig unwichtig (Vater von Baruch, dem Schreiber von Jesaja) – die Bedeutung allerdings erinnert an verschiedene Bibelstellen: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, …“, „… und in deinem Lichte sehen wir das Licht“, „Der HERR ist mein Licht und mein Heil, …“, „Ich bin das Licht der Welt,…“. Aus der Perspektive finde ich den Namen toll – auch wenn ich ihn im echten Leben nicht vergeben würde, vielleicht will ich es deshalb hier:)
SERAPHINA: Seraphim sind in Num 21 das Gerichtswerkzeug Gottes, allerdings auf die ‚eherne Schlange‘, die dann zur Bekämpfung dient, wird als ‚Seraph‘ bezeichnet. Hier könnte man daher denken, dass etwas Schlechtes zu etwas Guten werden kann – eine Schlange heilt von Schlangen. Jes 6 ist übrigens die Ausnahme in der Überlieferung, sonst sind Seraphim immer vierflügelige Schlangen, meist Kobras. Trotzdem könnte ich auch von Jes 6 her argumentieren, dass sozusagen der Wunsch, der dem Kind mitgegeben wird, ist, dass es Gott nahe ist und ihn immer lobt – ohne es mit einem Engel gleichzusetzen, immerhin nennt man seine Söhne auch Gabriel, Michael und Raphael. Was denkst du dazu?
Bei Immanuel sehe ich das Problem nicht so sehr, ebenso wie (im spanischen Raum) bei Jesus, weil es ein normaler Name ist, der einen Wusch ausdrückt („Gott mit uns“, bzw. „JHWH ist Heil“). Ich kenne auch einen pietistisch-evangelikal geprägten Pfarrer, der aus theologischen Gründen kein Problem damit hätte, ein Kind Jeschua zu nennen – davon gibt es übrigens auch noch mehr in der Bibel:) Ich würde dann eher ‚Kyria‘ als Amtsanmaßung sehen, wenn man bedenkt, dass ‚kyrios‘ in der LXX und vermutlich auch im NT den Gottesnamen ersetzt.
ZUSAMMENSPIEL DER NAMEN: Das spielt natürlich auch eine Rolle. Ich hatte zuerst überlegt, Seraphina Damaris zu nennen (Christin in Athen), fand dann aber, dass es stilistisch einfach nicht gepasst hat. Das ist eben auch meine Sorge bei Magdalena und ein Stück weit bei Talita. Hebt sich dieser ‚Stilbruch‘ durch die Kombination auf? Bei den Namen meiner Geschwister und mir ist es beispielsweise so, dass man nur vom Einzelnamen einer Person nicht auf die Idee kommen würde, dass wir einen frommen Hintergrund haben, wohl aber aus der Kombination aus EN und ZN, bzw. den Rufnamen aller Geschwister. Trifft das dann im übertragenen Sinne hier auch zu?
Deine Vorschläge an sich sind gut, ich bin sie auch durchgegangen, allerdings sind viele davon tatsächlich schon irgendwo verbaut, oder sie passen stilistisch nicht so sehr (Jochebed wäre z.B. der einzige Name, der auf einen Konsonanten endet), oder ich finde bei meinen Erstvorschlägen Bedeutung bzw. Person besser/wichtiger.
Ich weiß, ich bin ein schwieriger Fall:o Ich bin schon endlose Listen an biblischen Namen durchgegangen, ohne zufrieden zu sein …
Ich hatte noch ABIJA für ein Mädchen überlegt, dachte dann aber, dass es vllt. komisch ist. Die Jungs erkennt man ja praktisch daran, dass ihre letzte Silbe –ja ist, wenn ein Mädchen auch ein –ja hat, verwischt das vllt., zumal man Abija auch für Männer verwenden kann.
Fällt dir vielleicht ein weiblicher Name ein, der auf A endet, allerdings nicht auf –ja, der tendenziell eher weich klingt und eine schöne Bedeutung hat oder eine wichtige Person, vorzugsweise NT, verkörpert?
Vielleicht kannst du unter diesem Gesichtspunkt deine Meinung sagen zu:
Bithia (das I nicht als J gesprochen)
Debora
Jedida