Christliche Namen

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Moin zusammen, ich bin’s noch mal.

Es geht wieder um eine Geschichte – allerdings eine andere als das letzte Mal. Ich schreibe oft parallel, also nicht wundern …

In der Geschichte kommt eine fromme, christliche Familie vor, die aus verschiedenen Gründen sechs Kinder hat. Bei der Namenswahl war ihnen wichtig, dass die Namen entweder eine schöne Bedeutung haben (am besten theophor, also Aussagen über Gott), oder in der Bibel eine wichtige Person verkörpern.
Ich habe mir schon Namen rausgesucht, bin mir aber nicht sicher, ob die alle so zusammenpassen. Einige Namen würde ich selber nicht vergeben, weil sie zu fromm sind, da es sich nur um eine Geschichte handelt, finde ich das nicht schlimm. Es geht also eher um das Zusammenspiel. Wenn ihr einen Namen für ein No-Go haltet, könnt ihr das aber gerne sagen.

Magdalena („die aus Magdala stammende“, „Turm“ -> treue Jüngerin)
Talita („Mädchen“ -> wurde von Jesus von den Toten auferweckt)
Seraphina („die Brennende“ -> Engel)
Nerija(h) („JHWH ist meine Leuchte“ -> Bedeutung)
Susanna („Lilie“ -> treue Jüngerin)
Jesaja („JHWH ist Rettung“ -> Bedeutung)

Was sagt ihr? Passt das zusammen?
Und wie würdet ihr den ersten Jungen schreiben: Nerija oder Nerijah?

Die Kinder kommen in der Geschichte übrigens nicht vor, werden nur genannt – ich kann also keine Aussagen über den Charakter treffen, bzw. den Charakter den Namen anpassen, denn wie ich mich kenne, werde ich irgendwann auch Geschichten über sie schreiben. Allgemein kann ich nur sagen, dass es gut erzogene, freundliche Kinder sind, also weder asozial noch fromm auf eine Weise, dass sie sich für etwas Besseres halten, o.Ä.

Ich freue mich auf Rückmeldungen.

Antworten

Gast

Hey,
Ich hab noch mal ein bisschen gestöbert, bin in einem alten Schreiben unserer Gemeinde auf den Besuch einer jordanisch-christlichen Gemeinde gestoßen und hab dir mal ein paar Namen rausgeschrieben:

Khalil
Binyamin
Yathrun
Faris
Hazqial
Salim


Amatalillah
Majdala
Irini
Priska
Safniya

Vielleicht ist was dabei, da könnten wir uns immerhin sicher sein, dass sie “ok“ wären.

LG

Gast

Hm,
Da bin ich ein bisschen unsicher. Die erste Bedeutung ist auf jeden Fall die bekanntere, und das Wort wird auch im Alltag benutzt. Wenn du einen Araber fragt, wird er dir im Zweifel zielstrebig o.ä. als Bedeutung geben.
Dass نيلا Geschenk bedeutet, wusste ich nicht, ich weiß nur, dass es zB im malayischen Arabisch gebraucht wird, um blau zu sagen (neben anderen Wörtern). Allerdings zählt das Arabische, wenn man Variationen und Wörter, die nur in der Dichtung vorkommen, hinzuzählt, circa 12 Millionen Wörter. Ich (und die meisten Araber) können nicht von sich behaupten, die alle zu kennen.

Und zum Unterschied: die geschriebenen Buchstaben lauten bei 1.: n a ' i l a
Und beim 2.: n i l a
Wenn man dich die Vokalzeichen dazu denkt, spricht man aber beides gleich.

LG

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Gut, danke, das hilft mir schon mal. Es ist, glaube ich, weniger schlimm, wenn die Leute einen seltenen Namen haben, als wenn er von Christen nicht vergeben würde.
Ich habe übrigens zwei Varianten von Naylaa gefunden:
1) Naylaa/Nayla (نَائِلَا): zielstrebig
2) Naylaa/Naylah (نَيْلَا): Geschenk
-> das Arabische habe ich von der Internetseite kopiert, ich bin mir nicht einmal sicher, ob es da einen Unterschied gibt...
Denkst du, dass da beide Bedeutungen klargehen?

Gast

Hi,

Ich werd mein Glück mal versuchen, aber gesicherte Erkenntnisse sind das nicht...

Übrigens, meine Freundin (Syrien) sagt immer, bei ihr Zuhause wären das typische Namen in den christlichen Gemeinden: إلياس (Ilias), داوود (Dawoud, arabisch für David), سارة (Sara) aber witzigerweise auch überdurchschnittlich oft جورج (arabisch für Georg, am ehesten wie im Englischen ausgesprochen, aber mit sehr weichem G) und انتونيا (arabische Variante für Antonia, gesprochen etwa Antunja, was lustig ist, weil ich Antonija heiße). Die Namen sind jetzt nicht gerade selten oder aufregend oder so, aber vielleicht...

Faisal: Mh, ich glaube, eher nicht so. Das hat zwei Gründe: 1. فيصل steht im Arabischen in etwa für einen Richter zwischen gut und böse. Du weißt ja, dass Christen es (zumindest offiziell) mit dem Richten nicht so haben... 2. Die ersten Assoziationen, die ich zu Faisal habe, sind die Faisal-Moschee (eine Art National-Moschee in Pakistan) und der Imam Faisal Mohamed (na gut, auch noch den saudischen König, aber der ist religiös gesehen nicht das wichtigste)

Barak: Joa, das müsste glaubhaft sein, weil Barak meistens mit der hebräischen Wurzel in Verbindung gebracht wird. Einziger Haken wäre Al-Buraq (beides kommt vom gleichen Wort برق), aus dem Islam.

Maheer: Ich würde es Mahir schreiben, dann wirkt es zu Habiba etc viel harmonischer. Die Schreibweise mit ee kommt auch eher im östlichen Raum vor (Pakistan und so). Es bleibt dann ja der gleiche Name, nur ein bisschen “normaler“.

Sabahah: Das geht gut, weder an der Bedeutung „die Morgendämmerung“ noch an irgendwelchen Personen ist was auszusetzen ;-) ich glaubte, der Name kommt noch nicht mal im Qur'an vor. Würde nur vielleicht Sabaha schreiben, das ist einfacher

Hayaa: Sehe ich auch kein großes Problem mit, kenne sogar eine christliche Haya, zwar nur mit einem a aber das ist das gleiche. Wenn es eine ganz moderne christliche Familie ist, würde ich Hayaa trotzdem nicht nehmen, weil es so was wie Anständigkeit im Sinne des englischen chastity/modesty bedeutet und so auch präsent ist. Du musst nur mal حياء googeln, bei Bildersuche verstehst du, was ich meine.

Habiba: Das ist schwierig. Bekannt ist Habiba (oder eher Habibi) als Kosename für Mädchen, heißt ungefähr mein Liebes. So weit, so gut. Allerdings gibt es eine Hadith von Habiba bint Jahsh, irgendwas mit rituellen Waschungen, ich bekomme es nicht mehr ganz zusammen. Ich bin nicht sicher, glaube aber, dass das Habibi der heutigen Zeit schwerer wiegt als die Habiba bzw Umm Habib aus der Hadith.

Amal: Amal ist tatsächlich weiblich, auch wenn die Endung das nicht vermuten lässt. Er wird selten auch für Jungen gebraucht. An dem Namen als Namen ist nix auszusetzen, weil امال auch einfach das arabische Wort für Hoffnung ist. Ich denke aber, dass jeder Leser erst mal einen Jungen sehen wird.

Naima: Ja, das geht gut, glaube ich. Ich kenne Naima als Form der biblischen No'omi, das wäre kein Problem. Im Qur'an kommt ناعمة (sprich Na'ima) vor, aber als ganz normales Wort, in etwa mit der Bedeutung gesegnet. Das ist schön, und der Qur'an hat das Wort ja nicht für sich allein gebucht, wenn du verstehst, was ich meine...

Naylaa: Ich würde das zweite a weglassen, so ist er gebräuchlicher. Ansonsten kenne ich nur die Ableitung von dem Wort نائلة، also so was wie zielstrebig. In Ordnung wäre das bestimmt.

Also, Bedenken habe ich eigentlich bei den wenigsten Namen. Ich kann aber nicht einschätzen wie beliebt die Namen so sind... tut mir leid.

Liebe Grüße

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

In meiner Geschichte kommen auch ein paar arabische Christen (und auch ein paar Muslime) vor. Ich habe mir viel Wissen über Bräuche und Inhalte der Religion angelesen, aber ich bin mir bei den arabischen Namen nicht sicher, ob auch arabische Christen sie verwenden würden. Ich schreib sie mal auf, vielleicht weißt du ja was:
Faisal
Barak (okay, hier sehe ich am wenigsten ein Problem)
Maheer
Sabahah
Hayaa
Habiba
Amal (hätte ich spontan männlich zugeordnet, aber gelesen, dass es eher weiblich verwendet wird...)
Naima
Naylaa

Die Namen für die Kinder lasse ich mir noch mal durch den Kopf gehen:)

Gast

Hallo,

Ariella finde ich persönlich nicht so gut, da liegt die Assoziation zu Arielle der Meerjungfrau Meilen näher als alles andere. Und ich denke nicht, dass die Leser eine Erklärung zu deinen Beweggründen mitgeliefert bekommen. So werden sie (und auch Menschen, die einer Ariella im echten Leben begegnen) wahrscheinlich gar nicht bis zur Bedeutung suchen, sondern nach Arielle d. Merjungfrau einfach abschalten.

Ariel kommt in JES 29 vor, meintest du das vielleicht? Dort wohl aber eher in der Bedeutung Opferherd, die GNB übersetzt mit „Stadt, in der mein Opferherd steht“, Menge Bibel mit „Gottesherd“, in der التفسير التطبيقي الكتاب المقدس steht auch nur Jerusalem. Ich hab aus Interesse geguckt, weil wir die GNB zu Hause haben, und ich mit der Lutherbibel vergleichen wollte.
Verweiblichte Formen sind in gewisser Form schon üblich, vor allem aber früher. Ich finde es nicht so schön, weil ein Mädchen eben ein Mädchen und ein Junge eben ein Junge ist, und jeder etwas eigenes/anderes haben sollte (meine Meinung).

Hier mein Ranking, innerhalb der einzelnen Grüppchen kommt es dann nur noch auf den persönlichen Geschmack an, wenn ich zwei Namen objektiv gleich gut finde.

Perfekt:
Susanna
Debora

Beide Namen sind klassisch biblisch, nicht zu “verweltlicht“ aber wirken auch nicht wie ausgedacht. Von der Bibel her kann ich auch nichts negatives finden, obwohl klar sein sollte, dass man niemandem Betrug an den Hals wünscht. Zu den Geschwistern passen sie auch, finde ich.

Gut:
Lydia
Bithia
Magdalena

Lydia mag ich auch sehr gerne, bestimmt eine beeindruckende Frau, stilistisch vielleicht ein bisschen schwierig.
Bithia ist an sich sehr hübsch, nur sehen da viele Menschen den Bezug zur Bibel nicht so, deswegen für ein Buch eher schwierig.
Magdalena ist mir zu gewöhnlich neben den anderen, aber auch im Grunde ein guter Name

Geht so:
Evodia
Talita

Da hab ich ja schon was zu geschrieben...

Besser nicht:
Euodia
Seraphina

Zu Seraphina siehe unten. Euodia würde ich nicht machen, da ist der Knoten in der Zunge bei einigen wohl vorprogrammiert. Evodia wäre einfacher und klingt auch besser.

Arabisches Christentum... ja. Ich weiß wahrscheinlich mehr als der Großteil der Menschen, aber auch ich hab manchmal Fragezeichen in den Augen. Wofür genau interessiert dich das denn?

Liebe Grüße Zippi

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Oder für ein Mädchen Ariela/Ariella. Bedeutung: "Opferherd Gottes", "ein/mein Löwe ist Gott" oder "Führer, Held" -> ich (bzw. meine Familie) würde über den Namen über die zweite Bedeutung wählen. Es gibt einige eher unbekannte Männer in der Bibel (positiv besetzt), die Ariel heißen. In Jer 29 wird Ariel als Synonym für Jerusalem verwendet - in einem Wehruf.
Was denkst du darüber? Es wäre halt in dem Sinne kein eigenständiger weiblicher Name, sondern die "Verweiblichung" eines männlichen Namens.

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Kannst du vielleicht ein Ranking erstellen, in welcher Reihenfolge du die folgenden Namen als Geschwisternamen für Nerijah und Jesaja vergeben würdest? Ggf. mit Begründung.
Magdalena
Talita
Seraphina
Susanna
Evodia
Euodia
Lydia
Debora
Bithia

Du kennst dich ja ziemlich gut mit der arabischen Welt aus - auch mit dem arabischen Christentum?

Gast

Hallo,

Da bin ich wieder ein bisschen schlauer, die Allgemeinbildung freut sich. Damit ich mir alte Musik anhöre, muss sie französisch oder arabisch sein ;-)

Evodia klingt erst mal ganz nett, würde ich auch so schreiben. Die Bedeutung finde ich sehr schön, die gleiche wie bei Hanifa, aber der kommt wohl nicht in Frage.

Die Bibel sagt dazu:
Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn. Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Gefährte, steh ihnen bei; sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen andern Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens stehen. ~Philipper 4

Hier fallen zwei Sachen auf:
1. Evodia hat Dienst am Evangelium geleistet, sehr schön, vielleicht auch ein Vorbild für eine kleine Evodia
2. Evodia hat sich verkracht, mit Syntyche, obwohl die beiden das gleiche Ziel haben. Das ist natürlich nicht so toll, wenn man eine Ermahnung wegen Streitsucht kassiert, und eine Lapalie war das auch eher nicht. Andererseits, sie werden gebeten sich zu vertragen, um wieder eines Sinnes zu sein. Dass man sich immer wieder vertragen kann/sollte ist doch auch eine schöne Botschaft, offenbar hat Paulus ihnen das zugetraut. Und das man dabei Unterstützung bekommt ist auch ein eher positives Bild.

Fazit:
Wenn man nur nach der Bibel geht, wird man positiver besetzte Namen finden. Wenn es dir der Name und die Bedeutung angetan haben, sehe ich aber auch kein Problem. Evodia für eine kleine Christin: Gott glaubt immer an dich und lässt dich nicht fallen, auch wenn du dich mal daneben benimmst.

Ich hoffe, das war objektiv genug.

Liebe Grüße

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Ich hatte jetzt auch noch mal über Evodia, bzw. Euodia nachgedacht.
Dann halt eindeutig nicht die Person, sondern die Bedeutung: "die auf gutem Weg geht". Was denkst du darüber?

Gast

Hallo,

Danke erstmal für das Kompliment 🙈, du kennst dich doch auch sehr gut aus.

Und Priscilla Presley ist mir auch kein Begriff, naja, nicht weiter schlimm.

Jetzt zu den Namen:

Das mit JEDIDA und Jesaja stimmt natürlich, es wirkt schon ziemlich gekünstelt, echten Eltern wäre das wahrscheinlich aufgefallen. Wenn sie nicht Zwillinge sind, wohl keine so gute Idee. Jedida war jetzt auch kein so toller Mensch, dass sie unbedingt vorkommen muss. Und das Kinder geliebt werden, versteht sich wohl von selbst.

LYDIA und DEBORA sind beide gut geeignet für deine Familie, finde ich. Die Entscheidung ist echt schwierig, aber ich glaube, dass Debora noch ein Tickchen besser passt als Lydia, vom Stil her. Außerdem wird Debora eingehender geschildert, eine Richterin und Kriegerin ist auf der anderen Seite ein recht einseitiges Vorbild für ein Mädchen. Deswegen würde ich meine eigene Tochter (wenn ich denn mit einer gesegnet werde) nicht Debora nennen. Es gibt aber natürlich massenhaft Eltern, die ihren Töchtern ganz bewusst so nennen, eben mit diesem Bild im Hinterkopf. Für Lydia kann man auch anbringen, dass sie Christin, also errettet, war, ich schätze, Heilsgewissheit spielt in deiner Buch-Familie eine große Rolle. Klar ist ihnen aber bestimmt auch, dass Debora dazu gar keine Chance hatte, Gott sie aber bestimmt auch nicht einfach verloren gehen lassen wollte.

Aus rein optischen Gründen würde ich deswegen so sortieren:
1. Debora
2. Lydia
3. Jedida

Wäre ich (mit meiner Einstellung) Mutter dieser Kinder, wäre das meine Reihenfolge:
1. Lydia
2. Debora
3. Jedida

Und um deine Regel mit Person und Bedeutung musst du dir keine Gedanken machen: Jesaja war ein sehr berühmter, wie ich finde toller, Mensch:
Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft....

LG

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Bindehautentzündung klingt nicht gut - schön, dass es dir besser geht.

Kyrios wird auch nicht ausschließlich als Hoheitstitel verwendet, es ist wahrscheinlich auch einfach eine persönliche Einschätzung, welches Gewicht man welchem Namen gibt.

Eunike: ist mir zu unbekannt, dafür, dass der Name (guter Sieg) auch nicht die beste Bedeutung hat. - Klar, schön, aber dann würde ich eher eine wichtigere Person oder eine auf Gott bezogene Bedeutung wählen

Junia: Heute schreiben alle gängigen Übersetzungen "Junia", "Junias" kam erst im 13. Jahrhundert. Da geht es mir wie bei Eunike: für die nicht so tolle Bedeutung zu unbekannt.

Lydia: da überlege ich tatsächlich ein wenig, weil sie ja doch als erste Christin Europas ziemlich wichtig war. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es vom Klang her passt.

Prisca/Priscilla: Ist mir zu hart und zu sehr Priscilla Presley.

Salome/a: Ich würde eher die klassische Form Salome verwenden und dann wäre es der einzige Name ohne A am Ende. Salomea oder Saloma fände ich zu "fremd" zu den sonst eher bibeltreuen Namen. Obwohl ich den Name Salome liebe.

Bei Debora und Lydia hätten die Kinder halt alle einen Namen, der mit einem eigenen Buchstaben anfängt und ich hätte das - bislang unbewusste - Prinzip eingehalten, dass es bei den Jungs um die Namensbedeutung und bei den Mädels um die Person geht.
Jedida (die Geliebte), was ich eigentlich auch schön finde, hätte halt keine theophore Bedeutung. Und es hätte die gleiche erste Silbe (nicht nur ein Buchstabe) gleich wie Jesaja.
Kannst du zu diesen drei Namen noch mal deine Rangfolge erstellen (mit Begründung)?

Auf jeden Fall vielen Dank für deine Hilfe - vor allem, weil du dich ja auch ziemlich gut auskennst.

Gast

Hallo,
Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, hatte eine Bindehautentzündung und konnte das Licht von Computern, Handys etc überhaupt nicht ab. Falls es noch hilft:

Die 3 Namen sind alle für sich genommen sehr schön, passen auch in den Hintergrund, den du dir ausgesucht hast.

Wenn es um die Harmonie zu den Geschwisternamen geht, wären mir Debora und Jedida lieb, sie wirken auch ein bisschen traditioneller als Bithia, was zum Beispiel Magdalena zu gute kommen würde.

Wichtiger in der Bibel war natürlich Debora, aber Nerijah wird den meisten Menschen auch nichts sagen. Deswegen sehe ich auch bei Jedida kein Problem.

Zu Kyria:
Es ist ein bisschen her, dass ich dazu was gelesen habe, aber das ist es, an was ich mich erinnere:
Der zweite Brief des Johannes richtet sich an eine Dame und ihre Kinder. Im Orginal hat es wohl gelautet: eklektē kuria kai tois teknois autēs (hoffentlich richtig geschrieben, meine Notizen sind ziemlich undeutlich). Übersetz wird es meist mit erwählter Dame (chosen/elected Lady). Das bedeutet doch im Umkehrschluss, dass kyria ein Ehrentitel für Menschen war, gebraucht auch von Brüdern im Herrn.
Das ist jetzt wirklich nur eine wage Erinnerung, aber ich glaube, dass (je nachdem welche Übersetzung) Isaak Sarah auch einmal Kyria nannte, also Herrin. Für uns ist das eine Art Legitimierung. Es gibt aber in der Tat Namen, zu denen mehr geraten wird.

Eunice (kann man vielleicht mit a schreiben): Apg 16,1

Junia (wenn du deiner Familie zutraust, sich für Junia statt Junias zu entscheiden): Röm 16,7

Lydia: Apg. 16,14 u.a.

Prisca/Priscilla : Apg. 18,2

Salome/a: Mt. 27,56 u.a.

Liebe Grüße Zippi

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Okay, ich sag mal meine Überlegungen zu deinen:

NERIJAH: Die Person ist völlig unwichtig (Vater von Baruch, dem Schreiber von Jesaja) – die Bedeutung allerdings erinnert an verschiedene Bibelstellen: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, …“, „… und in deinem Lichte sehen wir das Licht“, „Der HERR ist mein Licht und mein Heil, …“, „Ich bin das Licht der Welt,…“. Aus der Perspektive finde ich den Namen toll – auch wenn ich ihn im echten Leben nicht vergeben würde, vielleicht will ich es deshalb hier:)

SERAPHINA: Seraphim sind in Num 21 das Gerichtswerkzeug Gottes, allerdings auf die ‚eherne Schlange‘, die dann zur Bekämpfung dient, wird als ‚Seraph‘ bezeichnet. Hier könnte man daher denken, dass etwas Schlechtes zu etwas Guten werden kann – eine Schlange heilt von Schlangen. Jes 6 ist übrigens die Ausnahme in der Überlieferung, sonst sind Seraphim immer vierflügelige Schlangen, meist Kobras. Trotzdem könnte ich auch von Jes 6 her argumentieren, dass sozusagen der Wunsch, der dem Kind mitgegeben wird, ist, dass es Gott nahe ist und ihn immer lobt – ohne es mit einem Engel gleichzusetzen, immerhin nennt man seine Söhne auch Gabriel, Michael und Raphael. Was denkst du dazu?
Bei Immanuel sehe ich das Problem nicht so sehr, ebenso wie (im spanischen Raum) bei Jesus, weil es ein normaler Name ist, der einen Wusch ausdrückt („Gott mit uns“, bzw. „JHWH ist Heil“). Ich kenne auch einen pietistisch-evangelikal geprägten Pfarrer, der aus theologischen Gründen kein Problem damit hätte, ein Kind Jeschua zu nennen – davon gibt es übrigens auch noch mehr in der Bibel:) Ich würde dann eher ‚Kyria‘ als Amtsanmaßung sehen, wenn man bedenkt, dass ‚kyrios‘ in der LXX und vermutlich auch im NT den Gottesnamen ersetzt.

ZUSAMMENSPIEL DER NAMEN: Das spielt natürlich auch eine Rolle. Ich hatte zuerst überlegt, Seraphina Damaris zu nennen (Christin in Athen), fand dann aber, dass es stilistisch einfach nicht gepasst hat. Das ist eben auch meine Sorge bei Magdalena und ein Stück weit bei Talita. Hebt sich dieser ‚Stilbruch‘ durch die Kombination auf? Bei den Namen meiner Geschwister und mir ist es beispielsweise so, dass man nur vom Einzelnamen einer Person nicht auf die Idee kommen würde, dass wir einen frommen Hintergrund haben, wohl aber aus der Kombination aus EN und ZN, bzw. den Rufnamen aller Geschwister. Trifft das dann im übertragenen Sinne hier auch zu?

Deine Vorschläge an sich sind gut, ich bin sie auch durchgegangen, allerdings sind viele davon tatsächlich schon irgendwo verbaut, oder sie passen stilistisch nicht so sehr (Jochebed wäre z.B. der einzige Name, der auf einen Konsonanten endet), oder ich finde bei meinen Erstvorschlägen Bedeutung bzw. Person besser/wichtiger.
Ich weiß, ich bin ein schwieriger Fall:o Ich bin schon endlose Listen an biblischen Namen durchgegangen, ohne zufrieden zu sein …
Ich hatte noch ABIJA für ein Mädchen überlegt, dachte dann aber, dass es vllt. komisch ist. Die Jungs erkennt man ja praktisch daran, dass ihre letzte Silbe –ja ist, wenn ein Mädchen auch ein –ja hat, verwischt das vllt., zumal man Abija auch für Männer verwenden kann.

Fällt dir vielleicht ein weiblicher Name ein, der auf A endet, allerdings nicht auf –ja, der tendenziell eher weich klingt und eine schöne Bedeutung hat oder eine wichtige Person, vorzugsweise NT, verkörpert?
Vielleicht kannst du unter diesem Gesichtspunkt deine Meinung sagen zu:
Bithia (das I nicht als J gesprochen)
Debora
Jedida

Gast

Und zu Magdalena:
Ich denke schon, dass “deine“ Familie ihre Tochter Magdalena nennen würde, wenn der Name ihnen gefällt. Seh es mal so: wenn ich mein Kind Magdalena nenne (ich als gläubige Eltern), dann tue ich das, weil die biblische Magdalena bei mir positiv besetzt ist, weil ich ein Vorbild für meine Tochter möchte und weil ich Gott mit dem Namen ehren will. Die meisten werden den Namen nicht vergeben, um aufzufallen. Sich von der Welt abzugrenzen ist zwar auch ein Wunsch, aber die Welt zeichnet sich eben dadurch aus, dass sie nicht geistlich ist, und sich an Äußerlichkeiten aufhängt.

In Kombi zu extrem seltenen Namen wie Nerijah ist Magdalena natürlich sehr verschieden. Inwiefern da ein Bruch im Geschmack vielleicht sogar erwünscht ist, weiß ich nicht. Denn auch wenn es uns nicht wichtig sein sollte, ganz ausschalten können wir den “weltlichen Geschmack“ auch nicht.
Hoffe, dass war jetzt nicht zu viel Überlegung, einige Menschen reagieren sehr seltsam, wenn ich so was sage.

Hier noch ein paar Ideen der ausgefallen Art in der Hoffnung, dass sie noch nicht vergeben sind:

Keziah
Tirza
Zipporah
Jochebed
Bathseba
Naemi
Chogla
Machla
Eunike
Evodia
Hadassa
Joseba/Joscheba
Kyria
Phoebe
Salome
Syntyche
Tryphosa

Achija
Artemas
Jojakim
Ephraim
Elhanan
Eleasar
Issachar
Jachasiël
Jethro
Manasse
Naman
Philemon
Rechabja
Simea/Schimea
Sebulon
Seraja

Das sind die ausgefallensten Namen, die mir eingefallen sind. Von diesen Namen könnte ich mir vorstellen, dass sie in streng christlichen Kreisen vergeben werden:
Keziah
Tirza
Zipporah
Machla
Evodia
Eunike
Joseba
Kyria
Salome

Achija
Jojakim
Ephraim
Eleasar
Issachar
Jethro
Naman
Philemon
Seraja

Wenn du anderer Meinung bist, dass ist einfach nur meine persönliche Einschätzung, nicht gesichert.

Wenn du noch Anregung brauchst, guck doch mal die Chroniken oder Könige durch. Da nur unbedingt drauf achten, dass die Menschen zu den Namen gottesfürchtige Personen waren. Passt ansonsten nicht so ganz ;-)

Liebe Grüße Zippi

Gast

Hallo,

Bei Nerijah kann ich meine Einschätzung gar nicht so genau begründen, sorry.
Bei Seraphina wird es ein bisschen kompliziert, ich kann dir auch nicht sagen, wie allgemein gültig diese Auslegung ist:
Seraphina stammt ja von den alttestamentlichen Seraphim, den Engeln mit 6 Flügeln, die sich „Heilig, heilig, heilig ist der Herr“ zurufen. In Jesaja 6 steht, die Seraphim würden im Auftrag Gottes Sünden vergeben: „Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei.“
Wenn wir ein Kind jetzt nach den Seraphim benennen, drücken wir den Wunsch aus, dass das Kind auch so wird. Das wäre aber sozusagen “Amtsanmaßung“. Aus dem gleichen Grund vergeben wir auch Immanuel nicht. Aber vielleicht ist das zu speziell.

LG

Mitglied Konrad_Jirpeel ist offline - zuletzt online am 27.09.20 um 17:13 Uhr
Konrad_Jirpeel

Danke für deine Rückmeldung. Mein 'Problem' ist, dass alle meine Geschichten irgendwie miteinander verzahnt sind, d.h. viele der Namen habe ich schon vergeben. Die paar, die da noch übrig bleiben gefallen mir entweder klanglich nicht so gut, oder würden in meinem Ranking von Bedeutung/Person unter den Ausgewählten stehen.

Weshalb würdest du denn sagen, dass eine konservative Familie Nerijah und Seraphina nicht vergeben würde?

Ich kenne tatsächlich einige Leute aus pietistischem Hintergrund, die ihre Tochter Talita genannt haben, obwohl eigentlich gesichert ist, dass das nicht der tatsächliche Name war. Tabitha wollte ich nicht nehmen, da die Großmutter der Kinder Tabea heißt und ich außerdem - in einem etwas entfernteren Verwandtschaftsverhältnis - schon eine Tabita habe.

Ich hatte außerdem die Sorge, dass 'Magdalena' mittlerweile zu weltlich geworden ist - oder gleicht sich das durch die Geschwisternamen aus?

Gast

Hallo,
Vielleicht erinnerst du dich noch, meine Familie und ich sind in einer streng evangelikalen Gemeinde. Deswegen fällt es mir ziemlich leicht, mich in deine Buch-Familie hineinzuversetzen.

Magdalena und Susanna passen ziemlich gut in das Bild, das du gezeichnet hast, kenne ich auch viele. Jesaja ebenso.
Talita würde so eine Familie wogl eher nicht vergeben. Zwar sagt Jesus „Talita kumi“, aber die gängige Interpretation (bei uns) ist, dass er ihren echten Namen nicht kannte, und sie deswegen Mädchen nannte. Als Alternative würde ich Tabitha nehmen, sie hat eine ähnliche Geschichte, hieß aber wirklich so.
Bei Seraphina und Nerijah (ich würde es so schreiben) kommt es denke ich darauf an, ob die Familie “nur“ strenggläubig ist, oder auch sehr konservativ. Letztere würden diese Namen eher nicht vergeben ;-)

Ich geb dir hier noch eine Liste mit Vornamen, wie sie die Familien in unserer Gemeinde vorkommen. Da sind die Geschwister ja praktisch schon zusammen.
Die fallen mir auf Anhieb ein:

Miriam (B: die Bittere, Schwester Moses und Prophetin)
Samuel (Gott hat geantwortet, Prophet und letzter Richter Israels)
Ruben (B: sehet, ein Sohn, Erstgeborener Jakobs und ein Stammvater Israels)
Esther (B:Stern, Königin)

Rahel (B: Mutterschaf, Jakobs Frau und Mutter Israels)
Susanna s.o.
Matthäus (B: Gott hat gegeben, Evangelist)

Aaron (B: der.Erleuchtete, Priester und Bruder Moses)
Raphael (B: Gott heilt, Erzengel)
Jonathan (B: JHWE hat gegeben, Sohn Sauls und Freund Davids)

Isaak (B: Gott lacht, Sohn von Abraham)
Jedida (B: die Geliebte, Mutter einer der guten Könige Judas:
Amos (B: der Träger/ Getragene, Prophet)
Gideon (B: Holzfäller?, Richter in Israel)
Sacharja (B: JHWE hat sich erinnert, Prophet)

Maria: (die Bittere, Mutter Jesu)
Jakobus (B: Fersenhalter, ein Jünger und ein Bruder Jesu)
Andreas: (B: der Tapfere, Jünger Jesu)
Elisabeth: (B: mein Gott hat geschworen, Mutter von Johannes dem.Täufer)

Johanna: (B: die Begnadete, Johannesse gab's mehrere)
Magdalena s.o
Deborah (B: die fleißige Biene, Richterin)

Rebecca (B: die Fesselnde, Frau von Isaak, Mutter von Jakob und Esau)
Tabitha: (B: Gazelle, wird von Gott durch Petrus auferweckt)
Jeremia (B: Gott erhört ihn, Prophet)

Obadja (B: Diener JHWE, einer der Propheten)
Kaleb: ( B:der Treue (Hund), Kundschafter der Israeliten)
Jemima (B: kleine Taube, die erste Tochter Hiobs nach seiner Probe)
Bithia (B: Tochter Gottes, laut einer Überlieferung die Tochter des Pharaos, die Moses fand)

Liebe Grüße Zippi

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